i get my kicks after six


Laufen in der Gruppe ist einfach nichts für mich. Man kann kaum sein tempo laufen, man wird angestossen und das ganze rumgeschnattere. dann lieber einsam meine Runden ziehen. Deshalb bin ich entweder vorne weggelaufen oder bin hinter der Gruppe hergebummelt.
Die 30km liefen recht gut. habe mich zwar nie so ganz fit gefühlt und die Beine schmerzten auch schon nach 20km, der Puls blieb aber immer unter 160, was mich persönlich sehr gefreut hat. Aber beim letztenmal waren es auch 3km mehr, möglicherweise wäre der puls dann auch wieder hochgeschnellt. Nach den 30 habe noch kurz überlegt, weitere 5 hinterdranzuhängen, aber da ich noch 6 std im Anschluss arbeiten musste, bin ich dann noch relativ bei Sinnen ausgetrudelt. Jetzt hänge ich allerdings ziemlich in den Seilen. der Nacken schmerzt auch ein wenig. Mal sehen, wie es morgen so wird.

Der Rest der Woche war läuferisch ereignislos. 3 ruhige, langsame Läufe. Ausruhen und Regeneration. Nur mein ipod hat seinen Geist aufgegeben, was mich wenig verwunderlich ziemlich geärgert hat. Dadurch wurde der Lauf auch nicht aufgezeichnet, das nagt an der Motivation, da ich bei meinem Nike+ Wettkampf weiter zurückfalle und die komplette Trainingsstatistik nicht mehr zusammenpasst. Wenn das nicht 100% passt, werde ich unzufrieden und bockig. Darum übertrage ich jetzt die nächsten Läufe auch erstmal nicht. Stimmt ja eh alles nicht mehr. Gleichzeitig haben meine Laufschuhe, die ich eigentlich auch beim Marathon tragen wollte, ihren Geist aufgegeben. Das Luftpolster hat ein Loch und polstert daher nicht mehr. Nicht gut. Also auf und ein neues Paar suchen. Zum Glück tausche ich sowieso zwischen 2 Paaren, so dass ich nichts über den Zaun brechen muss.

Frohen Mutes geht es weiter durch die Vorbereitung. 30km relativ locker absolviert zu haben beruhigt doch etwas. Jetzt ist eine Woche Pause mit langen Läufen, nächsten Sonntag warten wieder 10km in schnell. Und das nach Firmensommerfest und Hochzeit am nächsten Tag

 
über 7 Wochen sollst du laufen


3 Wochen Trainingsplan sind im, noch fehlt keine Trainingseinheit, selbst die heutige, von mir in der Leistung stark bezweifelte konnte ich erfolgreich absolvieren.
Dienstag stand nach einem Ruhetag sofort ein Intervalltraing an. 3x1000m in 5:10, insgesamt 10km. Die 3 schnellen km haben ganz gut funktioniert, das auslaufen war schon sehr mühsam. Die lange Kante vom Wochenende hing mir noch extrem nach.
Am Donnerstag standen nur 12km langsam traben auf dem Plan, Samstag 40min ebenfalls im Trab. Beide Male mit tiefer Müdigkeit in den Knochen. Ich hatte schwarz gesehen für den heutigen Templauf. Zudem ging es mir während der 6 Stunden, die ich zuvor heute gearbeitet habe, richtig mies. Kopfschmerzen, Schwindel, volles Programm.
Kurz vorm Lauf ging es aber wieder. Nach 3km eintraben ging es 4mal um den TrimmDichPfad, 10km insgesamt. Der erste km in 5:09, 6 sec schneller als die Durchgangszeit(52:30 Endziel). Das Tempo wollte ich grob halten. Bei km4 war ich zum ersten Mal unter 5min im Durchschnitt, mit 24:49 wurde dann die erste u25 auf 5km gefaustet. das tempo konnte ich halten, auch wenn ich hörbar pusten musste, der puls ging auch auf 181 auf den letzten Metern. Aber am Ende standen stolze 49:36 zu Buche.
Ich hatte nicht gedacht, dass diese Schwelle noch in diesem Jahr geknackt werden könnte. Aber in 3 Wochen soll dann der Halbmarathon in 1:53 gelaufen werden... da sehe ich immer noch schwarz. Aber mal gucken. Heute hätte ich es auch nicht gedacht. Jetzt sind die u4Stunden wieder leicht im Hinterkopf, dafür wird eine 10km-Zeit von 50min benötigt.

 
8 x 7 Tage übrig


Die zweite Trainingswoche ist um. Angefangen hat sie mit 3 Läufen in direkter Folge, damit ich den langen Lauf am Samstag machen kann. Sonntag gab es 40 Minuten im leichten Trab, Montag 10km gemeinsam mit einem Arbeitskollegen. Eine ganz neue Erfahrung, gemeinsam in identischem Tempo zu laufen, dabei noch nette Unterhaltung. Die Stunde ging vorbei wie im Flug. Sonntag und Mittwoch war ich zusätzlich noch im Fitnessstudio, aber nur kurz und mit wenig Intensität. Das werde ich in den nächsten Wochen auch weiter so handhaben. Mittwoch und Freitag dann einmal einen Tempolauf und einmal traben, jeweils 10km.
Heute dann der Vorbereitungslauf der LSG_Karlsruhe. Ich habe mal ein wenig die Kuh fliegen lassen und habe 36,2km in den Waldboden gehämmert. Allerdings hat auf den letzten 2km eher der Waldboden auf mir rumgehämmert. Heute gab es einen geführten 21km-Lauf mit 2 Extrarunden zur Marathonvorbereitung, die ich voll genutzt habe. Tempo 6:30. Die 21km gingen problemlos, die erste Extrarunde anfänglich auch, erst gegen Ende habe ich zum ersten Mal die Oberschenkel etwas gemerkt. Hier wäre dann der kluge Augenblick zum aufhören gewesen, aber wenn sich die Gelegenheit der Begleitung schonmal bietet, wollte ich das dann auch wahrnehmen. Positiv war daran einmal, dass ich den ersten ü30 bereits in den Beinen habe und ich zweitens schon kurz vorher wusste, wie weit meine Füße mich gut tragen können. Am Ende hatte ich dann gut 70m auf meine auf 5 (von ca 30 in der Geschwindigkeit) Mitläufer verloren. Undenkbar, danach nochmals ein paar km abzuliefern, zumindest heute. Die anderen sahendanach noch recht fit aus, ich musste mich zunächst einmal hinsetzen. Die 3 Treppen konnte ich nur hochkriechen, allerdings war ich nach 30min in der Badewanne schon wieder fit genug, um mir 3 Stücke Kuchen/Torte vom Konditor zu holen. Die hab ich mir auch verdient. Zucker-Kirschwasser, Maracuja-Reis und Himbeersahnecreme.
Mal sehen, wie ich den heutigen Lauf in den nächsten Tagen verkrafte.
Endgültig erabschieden kann ich mich wohl von den unter 4:00-Träumen. Besonders auf den langen Läufen ist die Abweichung wohl relativ hoch. Neben mir liefen Läufer mit anderen Meßmethoden, zudem gab es Markierungen am Boden. Nach ca 21 km zeigte mein Meßding 22 km an, statt meiner 36 sprachen andere von 33,irgendwas.
Vermutlich laufe ich also etwas langsamer, als ich bisher dachte. Das werde ich in den nächsten Tagen mal mit dem GPS-Ding testen, wenn ich zum Laufen bekomme, was mir heute verwehrt geblieben ist. Außer der Zeit hat das blöde Ding nichts gemessen!

 
9 Wochen bleiben


die erste Woche des Trainingplans ist vorbei, alle Einheiten wurden erfolgreich abgearbeitet. den heutigen langen Lauf habe ich sogar um  2km verlängert, damit ich etwas früher die ersten 30km erreichen kann. Mittlerweile habe ich von einigen erfahrenen Marathonläufern den Tipp erhalten, 3 Läufe über 35km zu absolvieren, um die Wahrscheinlichkeit der erfolgreichen Teilnahme zu erhöhen. Die Berichte der ersten Versuche sind nicht besonders erbauend, vor allem die Erzählungen über die böse Brücke über den Stadtpark, die wohl regelmässig 3km vor dem Ziel seine Opfer findet, machen mir Sorge. Hoffentlich kann ich während meiner Premiere die Versagensgedanken vertreiben.
Wieso fühlen sich immer so viele Leute berufen, negative Prognosen zu verbreiten und laufend nur negative Aussagen zu tätigen? Man kann doch auch Tipps geben oder eigene Erfahrungen erzählen ohne "du schaffst es nicht wenn du nicht..." oder Ähnliches. Allerdings immer noch besser als dieses Motivationsgerede "du schaffst das auf jeden Fall". Sowas führt nur zu falscher Sicherheit.
Ich werde mich so gut wie mir möglich vorbereiten und einfach schauen, was dabei herumkommt. Zentral ist für mich, dass die Gesundheit im Vordergrund steht. Den Heimweg im Krankenwagen antreten ist keine gute Option. Ich kenne mich gut genug, um zu wissen, dass ich extrem unwahrscheinlich freiwillig aufgeben würde. Also muss ich nur sicherstellen, den Lauf gut zu überstehen. Sind ja "nur" 18km länger als heute. Oh je... da fehlen noch ca. 2Stunden bis zum Ziel. Nebenbei habe ich heute mitbekommen, dass ich nicht mit meiner geplanten Gruppe laufen kann. Die über 4-Stunden-Läufer, denen ich beigetreten bin, starten 10 Minuten hinter allen anderen Teilnehmern. Dadurch kann ich leider nicht den Unter-4-Stunden-Zugläufern folgen, sondern bin möglicherweise allein auf weiter Flur. Vielleicht kann ich mich ja beim Start noch in die frühere Gruppe mogeln und mich brav in die letzte Reihe stellen, um keinen zu behindern.
Update: Heute noch die fehlenden 40 min nachgeholt, dadurch geht es ohne Ruhetag in die zweite Woche.

 
10 weeks left


die letzten Wochen brechen an. Nur noch 10 Wochen bis zum Marathon. Mittlerweile beginnt auch der letzte Vorbereitungsplan. Meiner startet am Dienstag gemütlich mit 10 km in 6:15. Zuvor möchte ich am Wochenende nochmals deutlich über 10km laufen.

Die vergangegen 4 Wochen habe ich teils ordentlich trainiert, teils regeneriert und teils disziplinfremd gewildert. Eine Woche war ich auf Wandertour im Südschwarzwald, ca 120km unter vollem Gepäck. Außer Hitzeresistenz bringt das leider für den Marathon überhaupt nichts, im Gegenteil: man runiert sich nur die Füße damit. Besonders wenn man sich dabei eine kleine Rißwunde am Zeh beim Baden einfängt. Zur Fußgesundheit habe ich dann auch 3 Tage nach Rückkehr die Laufschuhe ungeschnürt gelassen. Dienstag & Donnerstag standen dann jeweils 10km zum Wiedereingewöhnen auf dem Programm. Dienstag war das Gefühl in den Beinen etwas komisch, Donnerstag war das Tempo mit 5:45 etwas höher und besonders die Luft sehr stickig & heiß, Resultat -> total platt hinterher und auch noch am Folgetag. Dabei sollte ich auch die Anstrengung der Wanderwoche nicht außer Acht lassen, die sich nachhaltig negativ auf den Leistungsstand auswirkt. Daher gehe ich den langen Lauf am Wochenende auch betont langsam an.

Auf dem Gewichtsmarkt hat sich nichts getan. Durch Grillaktivitäten und Riesencheeseburger auf der Wanderung wurden die verbrannten Kalorien schnell wieder ausgeglichen. Wäre trotzdem ganz schön, den Marathon mit ca. 80kg zu laufen, d.h. 3 kg sollen noch weichen.

 
Laufen & Ernährung


Voller Bauch läuft nicht gern. Das kann ich so unterschreiben! Exakt in dem Augenblick, wenn ein Lauf dem Gewicht am Allerbesten tun würde, macht dir der volle Magen einen Strich durch die Rechnung und zieht dich regelrecht runter. Die letzten beiden Tage waren voller Schokolade, Pizza, Burger, Eis und ähnlichem. Hatte ich Pralinen und Kinderkacke(die Firma, nicht das Naturprodukt) erwähnt? Und wer ist schuld(außer mir, der es gegessen hat)? Die Ausnahme! Wenn ich mich konsequent von den Versuchungen fernhalte(ich sag nur: Rock am Ring ohne alkohol!), komme ich damit auch gut zurecht. Aber wenn man nach einer langen Phase des darbens angefixt wird, hat das schnell üble Folgen. Morgen heisst es Zähne zusammen und durchhalten! Allerdings ist da noch die Hälfte von meinem ben&jerry's cheesecake brownie eis. Initialzündungen gab es zwei: absolutes Tiefstgewicht (82,1) und Pizza im Büro. Wenn man wieder ein Stück Gewicht wegbekommen hat, wird man schnell nachlässig. Habe ich bei mir schon öfter bemerkt, auch andere konnten ähnliches berichten. Die Pizza habe ich teilweise mitbezahlt, da wäre es sehr unhöflich gewesen zu verzichten. Und wegschmeissen geht ja auch mal garnicht! Hoffentlich ist der Bauch bis morgen wieder soweit geleert, dass ich den langen Wochenendlauf auch gut hinbekomme. Aber vermutlich müsste ich bis Rom-Nord laufen, um die Kalorien der letzten beiden Tage zu kompensieren. Arsch ich!

 
Motivation


Wie motiviere ich mich am Besten? Der Untertitel ist ja nicht zufällig Laufragebuch. Die meiste Zeit beim Laufen ärgere ich mich, wandle Wut in Kraft um, zumindest bei schnellen Einheiten. Wenn ich mich anstrenge und folgerichtig schwitze werde ich unleidlich. Wenn ich schwitze, fühle ich mich unwohl und eklig und das nervt mich. Bin ich genervt, geht mir alles und jeder auf den Zeiger. Die Wurzel auf dem Boden, der Walker vor mir, der Typ der mich überholt, die Sonne die scheint, der Wind der weht, die Uhr die tickt, der Ipod mit dem falschen Lied, was auch immer.

Während des Laufs rede ich mir immer ein, dass nach dieser Runde Schluss ist und trabe frohen Mutes weiter. An der Abbiegung laufe ich aber einfach geradeaus weiter, ich Schlitzohr, und sage mir wieder dass dieses nun aber die letzte Runde sei. Klappt überraschend oft. Ab 30 lassen die geistigen Fähigkeiten wohl wirklich nach. Von sich selbst hinters Licht führen lassen.

Um überhaupt laufen zu gehen, brauche ich keine Motivation. Der Lauf ist ein Termin, den ich direkt nach der Arbeit wahrnehme. Daher stellt sich überhaupt nicht die Frage ob ja oder nein, Zusagen werden nicht gebrochen. Ich breche direkt nach und von der Arbeit aus auf, das killt das Risiko zuhause auf dem Sofa zu versauern oder sich sonst irgendwie ablenken zu lassen. Am Wochenende stehe ich früh auf, bevor meine Freundin wach wird, und schleiche mich auf leisen Sohlen raus. Auf dem Rückweg hole ich dann sofort Brötchen, zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Meist ist bei Rückkehr dann auch schon der Tisch gedeckt, während die Dusche läuft kochen die Eier, Frühstück ist fertig und das Sofa kann kommen.

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Der Plan


Zur Zeit sichte ich verschiedene Pläne, um mir den vermeintlich am Besten für mich geeigneten auszusuchen. Prinzipiell sehen fast alle Pläne ziemlich gleich aus, variieren allerdings in ihrer Länge. Mal 10, mal 12 Wochen, bis hin zu 16 Wochen. Lange & langsame Läufe am Wochenende, kürzere teils mit Tempotraining in der Woche. Wichtig wird in den nächsten Tagen sein, dass ich mich für eine Marschrichtung entscheide. Einfach nur ankommen... unter 4:30, unter 4:15, unter 4:00. Natürlich Stunden insgesamt, nicht Minuten/km. Wichtiger als die Entscheidung über das Tempo ist aber das Training selbst, um überhaupt die Vorraussetzung für ein erfolgreiches Abschneiden zu schaffen. Daher sollen jetzt mindestens 50km/Woche fallen. Bislang waren 21km meine Höchstleistung, 2:20 die bisher längste Zeit, die ich in Bewegung war. Es bleibt also noch ein "kleines" Stückchen zu bezwingen.

Am meisten Sorgen bereiten mir die unglaublich langsamen Läufe, die man zwischendrin einstreuen soll. Ich muss es irgendwie schaffen, den Sinn dieser Läufe zu durchschauen. Im Augenblick denke ich, man soll sich nicht im Training dauerhaft ermüden,nicht jedes Training als kleinen Wettkampf sehen. Nicht immer schneller, höher, breiter. Da steht man als moderner Mann doch drüber! Dann dafür aber länger! Aber es kommt ja sowieso nur auf die Technik an... oder war das eine andere Disziplin?

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Startschuss


Werte Leser,

seit dem 01.05. bin ich nun auch angemeldet zum Baden-Marathon. Jetzt bleiben ziemlich genau noch 16 Wochen zur Vorbereitung.

Aber warum überhaupt Marathon? Für mich war ein Marathon schon immer etwas besonderes, eins der Dinge, die man einmal getan haben sollte. Für mich haben schwer erreichbare Dinge schon immer eine gewisse Herausforderung dargestellt. Ein Patent haben, einen Eintrag im Guinnessbuch, Kandidat bei WettenDass sein, einen Marathon laufen, einen (Ironman)Triathlon. Es brauchte aber in Bezug auf den Marathon eine besondere Muse, die mich küssen musste. In einer Sportsendung habe ich einen Beitrag über den Helgoland-Marathon gesehen. Sofort war mir klar, an diesem Ort möchte ich als Nordsee- und Inselfan auch laufen. Nur blöd, dass man dafür laufen muss. Und das tat ich bis zu diesem Tag nicht. Nebenbei habe ich ca 108kg bei 1,80 Körpergröße auf die Waage gebracht, denkbar schlechte Vorraussetzungen.

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